Warum Wohlbefinden nichts mit Kleidergröße zu tun hat

Sich im eigenen Körper nicht mehr wohlzufühlen, kann viele Gründe haben. Eine psychische Erkrankung jedoch liegt nur in seltenen Fällen vor. Vielmehr sind es von außen diktierte Ideale und Vorurteile, zu denen Figur oder Kleidergröße einfach nicht passen wollen. Frauen, die den Blick in den Spiegel scheuen, brauchen vor allem eines: Das Gefühl, sich schön fühlen zu dürfen.

Das Problem mit Idealen

Ideale sind in unserer heutigen Welt an jeder Straßenecke zu finden. Nicht nur Werbeplakate, Fernsehserien und Hochglanzmagazine zeigen, was inzwischen als „schön“ gilt. Auch in sozialen Medien hat sich eine ganz neue Ideal-Kultur etabliert, mit der nur die wenigsten Frauen mithalten können. Dass das so ist, stürzt immer mehr Betroffene in tiefe Sinnkrisen und lässt den Markt der Diätpillen, Body-Forming-Strumpfhosen und sogar Schönheitsoperationen boomen.

Digital verschlankt und aufgehübscht

Auch wenn es so scheint: Dieser Körper entspricht nicht dem Durchschnitt.

Ideale jedoch stellen eine Gefahr für unser Wohlbefinden dar. Das liegt vor allem daran, dass es sich bei all den Instagram-Storys und Model-Fotos keinesfalls um ein Abbild der Realität handelt. Aufwändig in Szene gesetzt, im Nachhinein bearbeitet, digital „verschlankt“ und „aufgehübscht“ bleibt von der Frau auf dem Bild im Grunde nichts mehr übrig. Und dennoch eifern Millionen Frauen diesen Idealen nach. Das Ergebnis: Fortschreitendes Unglück und immer weniger Kontakt zum eigenen Körper.
Um das zu untermauern, hilft eine Statistik zum Thema Kleidergrößen. Wer bislang glaubte, dass Größe 34 oder 32 das Normalbild darstellt, wird hier eines Besseren belehrt. So tragen rund 21,2 Prozent der befragten Frauen Größe 38, 18,3 greifen im Laden zu Größe 40 und 16,6 beziehungsweise 11,8 Prozent passen die Größen 42 und 44 am besten. Mehr als zwei Drittel aller Teilnehmerinnen der Umfrage also tragen Größen, die heute nicht als schön oder attraktiv gelten.

Unsere Makel sind kein lästiges Beiwerk

Gut hat es da, wer den Trend der Body Positivity für sich entdeckt und den wahren Sinn dahinter begreift. Hier nämlich geht es darum, dass Frauen keinesfalls perfekt sind. Ja, nicht einmal die, die Jahr für Jahr Millionen mit ihrem Körper oder ihrer Schönheit verdienen. Unsere Makel sind kein lästiges Beiwerk, das es zu verschleiern gilt, sondern vielmehr Ausdruck dessen, was uns von anderen unterscheidet. Sicher braucht es Mut, das zu erkennen und die eigene Lebensphilosophie neu auszurichten. Am Schluss aber wartet mehr Zufriedenheit und es öffnen sich Türen, die bislang als fest verschlossen galten.

Tipps für ein befreiteres Körpergefühl

Sich im eigenen Körper wirklich wohl und zuhause zu fühlen, ist im Grunde mit jeder Kleidergröße möglich. Die Zahl auf dem Etikett nämlich entscheidet nicht darüber, wie sich Frauen bewegen, wie sie sich kleiden und welche Wirkung sie auf andere Menschen haben. Wer das eigene Körpergefühl verbessern möchte, muss also keineswegs zu Radikaldiäten oder extremen Sportprogrammen greifen. Die folgenden fünf Tipps ebnen den Weg hin zu mehr Wohlgefühl.

1. Dem Körper schöne Kleidung gönnen

Wer sagt, dass nur Frauen mit „Modelmaßen“ modisch gekleidet sein können, irrt gewaltig. Auch im Bereich der sogenannten größeren Größen gibt es inzwischen zahllose Anbieter und Hersteller, die sich fernab der 32 oder 34 bewegen. So weist mia-moda.de darauf hin, dass unter anderem Tuniken ein wunderbares Mittel sind, um die eigenen Vorzüge ins rechte Licht zu rücken. Kombiniert mit schönen Accessoires, gut sitzenden Hosen oder Schals entsteht so im Handumdrehen ein attraktives Outfit, das sich um Maße nicht schert.
Frauen, die sich im eigenen Körper endlich wieder wohler fühlen möchten, sollten daher auch beim Kleiderkauf ruhig mutig sein und zu den Dingen greifen, die ihnen gefallen. Das schafft Selbstvertrauen und wirkt sich automatisch auf die persönliche Ausstrahlung aus.

2. Die guten Seiten wertschätzen

Wer in den Spiegel blickt und nur wenig Sympathie für den eigenen Körper übrig hat, vergisst dabei meist entscheidende Punkte. So hat der Körper mit all seinen Funktionen mehr als nur wenige Vorteile zu bieten. Er kann sich bewegen, trägt uns durch den Alltag und ermöglicht uns genussvolle Momente. Über die Vorteile nachzudenken, die der persönliche Körper bietet, kann die ablehnende Haltung Schritt für Schritt auflösen.

3. Nacktheit genießen

Statue „Yolanda“ macht es in Konstanz am Bodensee vor: Nacktsein tut gut.

Viele Frauen, die ihren Körper ablehnen, fühlen sich vor allem dann unwohl, wenn sie nackt sind. Schließlich zeigt sich dann jede vermeintliche Problemzone in ihrer unverschleierten Form. Ein guter Kontakt zum eigenen Körper jedoch ist wichtig, um auch das Gefühl für ihn zu bekräftigen. Zwischendurch in Unterwäsche oder auch ganz nackt durch die eigene Wohnung zu tanzen, sorgt zunächst für eine Konfrontation mit dem Ungeliebten.
Im Laufe der Zeit jedoch führt es dazu, dass auch die bisher abgelehnten Details als Bestandteil akzeptiert werden können. Und wer auch die bisherigen Schattenseiten als gegeben nimmt, kommt der Selbstliebe ein großes Stück näher.

4. Dem Körper Gutes tun

Wohlgefühl lässt sich nicht nur durch Äußerlichkeiten schaffen, sondern erhält gleichermaßen durch eine gute und wertschätzende Behandlung Auftrieb. Sich gesund und ausgewogen zu ernähren, dem Körper genügend Bewegung zu gönnen und hin und wieder mit Vollbädern, Massagen und duftenden Körperlotionen für einen gewissen Verwöhn-Faktor zu sorgen, steigert das positive Empfinden für die persönlichen Formen und Maße.

5. Körperbewusster Sport

Oftmals rührt Unbehagen in Bezug auf den eigenen Körper von zu wenig Gefühl für ihn her. Bewegungsabläufe kennenzulernen, neue Möglichkeiten zu entdecken und hinter die Fassade zu blicken, kann hier helfen. Gute Sportarten, die das persönliche Körperempfinden steigern, sind beispielsweise Yoga, Wassergymnastik, Pilates oder auch Tanzen.

Zum Schluss: Wohlgefühl beginnt im Kopf

All diese Möglichkeiten sind gute Hilfestellungen, wenn es um ein gesteigertes Wohlbefinden geht. Sie helfen Schritt für Schritt dabei, die persönlichen Glaubenssätze in Bezug auf den eigenen Körper zu verändern und Negatives durch Positives zu ersetzen. Manchmal außerdem steckt hinter dem Wunsch nach einem schöneren Körper ein ganz anderes Bedürfnis. Wer sich fragt, welche positiven Gefühle mit dem Gedanken an das „Schlanksein“ verbunden sind, entdeckt nicht selten seinen Wunsch nach Kontrolle, Liebe oder auch Anerkennung. Sobald das wiederum klar geworden ist, finden Frauen meist weitere Wege, ihre bisher unerfüllten Bedürfnisse zu befriedigen und der Hass auf den eigenen Körper schwindet.
Wer gleich mit der Veränderung des persönlichen Mindset beginnen will, bekommt mit der gezeigten Meditation Gelegenheit dazu. Regelmäßig durchgeführt kann auch Meditieren das Körpergefühl verbessern und unterbewusste Hürden und Hindernisse eliminieren.

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