Was muss auf jeden Fall in einem Lebenslauf stehen?

Ob Praktikum, Abschlussarbeit, Ausbildungsplatz oder feste Stelle – früher oder später kommt jeder zu dem Punkt, dass er eine Bewerbung schreiben muss. Egal, worauf und in welchem Bereich ihr euch bewerbt, ihr müsst damit rechnen, dass ihr nicht die einzigen Bewerber auf die angestrebte Stelle seid. Je nach Branche können das mehr als 100 Konkurrenten sein und kein Mitarbeiter der Personalabteilung hat Zeit, sich diese Menge an Angaben im Detail anzuschauen. Es ist also wichtig, dass sich eure Bewerbung von der eurer Mitstreiter abhebt – und zwar positiv. Neben Anschreiben und Foto ist dabei der Lebenslauf das wichtigste Dokument. In diesem Artikel geben wir Tipps, wie ihr den perfekten Lebenslauf schreibt.

Übersichtliche Struktur des Lebenslaufs

Da dem Lebenslauf häufig nur wenige Minuten Aufmerksamkeit geschenkt wird, muss er in erster Linie übersichtlich sein und den formalen Kriterien entsprechen. Eine Bewerbung, in der alle relevanten Informationen mühsam zusammengesucht werden müssen, wird sehr schnell aussortiert. Das Dokument sollte nicht mehr als eine DIN-A4-Seite umfassen und eine gut lesbare Schriftgröße haben (11pt). Ebenso ist es angenehmer, wenn nur eine Schriftart existiert und sich die Überschriften optisch abheben. Zu viel Variation lässt das Schriftbild unruhig wirken und erweckt den Eindruck, ihr hättet Einzelteile zusammen kopiert. Generell erfolgt die Darstellung in Stichpunkten und nicht als Fließtext.
Die Reihenfolge der Überschriften ist im Allgemeinen die Folgende:

  • Persönliche Daten
  • Angestrebte Position
  • Berufliche Erfahrung
  • Ausbildung
  • Sprachkenntnisse
  • Besondere Kenntnisse & Zertifikate
  • Hobbies
  • Datum, Ort, Unterschrift

Für die Punkte „Berufliche Erfahrung“ und „Ausbildung“ hat sich heute die tabellarische Variante durchgesetzt, dabei stehen links die zeitlichen Angaben und rechts die inhaltlichen Daten des Zeitraumes. Üblich ist dabei der amerikanische Stil, das heißt, die aktuellsten Daten stehen oben.

Relevanter und zum Job passender Inhalt

Auch wenn man glauben könnte, der Lebenslauf ist für alle Bewerbungen gleich: Ihr solltet den Inhalt für jede Bewerbung individuell anpassen. Es geht nicht darum, die gesamte Lebensgeschichte auf einer Seite unterzubringen, sondern die für diese Stelle relevanten Punkte herauszustellen. Dabei solltet ihr aber zeitliche Lücken von mehr als 2 Monaten erklären. Idealerweise ergänzt sich der Lebenslauf mit dem Anschreiben und untermauert eure Argumentation.
Unter den „Persönlichen Daten“ stehen alle wichtigen Informationen zu eurer Person:

  • Name
  • Geburtstag und -ort
  • Anschrift
  • Telefonnummer
  • Mailadresse
  • Familienstand
  • Nationalität

Die „Angestrebte Position“ noch einmal zu nennen, hat einen eher psychologischen Effekt. Dadurch vermittelt ihr den Eindruck, die Bewerbung speziell auf diese Stelle zugeschnitten zu haben. Ihr könnt auch ein separates Deckblatt verwenden, auf dem ihr das Foto platziert und die „Angestrebte Position“ nennt.
Bei der „Beruflichen Erfahrung“ listet ihr die Jobs auf, welche ihr bereits hattet. Hier könnt ihr auch Praktika einbringen. Wichtig sind dabei jeweils die folgenden Informationen: welche Firma, welcher Bereich, welche Position und welcher Aufgabenschwerpunkt. Idealerweise beschreibt ihr dabei nicht nur, was ihr getan, sondern auch, was ihr erreicht habt. So vermittelt ihr, welchen Vorteil der Arbeitgeber hat, wenn er euch einstellt.
Unter dem Punkt „Ausbildung“ finden sich Schule, Studium, berufliche Ausbildung, gegebenenfalls auch Wehr- oder Zivildienst. Perfekt sind auch hier jeweils Name und Ort der Ausbildungsstätte, Abschluss und Abschlussnote.
„Sprachen“ sind für viele Unternehmen von Bedeutung, da vielfach international agiert wird. Bestenfalls können Sprachkenntnisse mit einem Zertifikat oder einem Auslandsaufenthalt belegt werden. „Besondere Kenntnisse“ sind Software- und Computerkenntnisse, aber auch durchgeführte Qualifizierungsmaßnahmen wie ein Präsentationstraining. Sie zeigen, wie schnell ihr anfallende Arbeiten übernehmen könnt und welche Weiter- und Ausbildung notwendig ist. Wie bei allen Punkten gilt auch hier: Es kommt nicht auf die Menge an, sondern darauf, dass die Kenntnisse zum Job passen und einen Wert für das Unternehmen darstellen. Berücksichtigt dabei auch die Anforderungen der Stellenausschreibung.
„Hobbies“ runden das Bild eurer Persönlichkeit ab und zeigen häufig indirekt eure Eigenschaften. Ein Schachspieler hat schnell den Ruf strategisch denken zu können, einem Läufer wird Ausdauervermögen nachgesagt und jemand, der ehrenamtlich tätig ist, zeigt Engagement und Hilfsbereitschaft. Spannende, nicht alltägliche, Hobbies können durchaus ein Unterscheidungsmerkmal sein, sollten aber natürlich der Wahrheit entsprechen.

Fehler vermeiden

Neben fehlender Übersichtlichkeit und fehlendem Inhalt dürfen auf keinen Fall Rechtschreibfehler vorkommen. Ihr solltet euren Lebenslauf lieber noch einmal mehr Korrektur lesen lassen. Die Angaben im Lebenslauf müssen zu den Daten in den Zeugnissen passen, sonst steht ihr als nachlässig dar. Das Datum sollte aktuell sein und die Unterschrift darf nicht fehlen.

Fazit

Der perfekte Lebenslauf erfordert etwas Zeit und Mühe, es ist aber auch kein Hexenwerk. Ein übersichtlicher, fehlerfreier Lebenslauf, individuell auf die ausgeschriebene Stelle zugeschnitten und mit allen relevanten Informationen, bringt euch schnell einen Schritt näher zu eurem Ziel. Zukunft im Glas bietet weitere hilfreiche Tipps für den perfekten Lebenslauf.

Das könnte Sie auch interessieren

Warum der No Coding Day bei den Experten für mobile Apps besonders beliebt ist. Im Gespräch mit Josef Gattermayer von Ackee

Dr. Josef Gattermayer ist einer der drei Gründer und Inhaber von Ackee. Er hat an der Tschechischen Technischen Universität in Prag promoviert zu Distributed Computing – und nannte das schon Blockchain bevor der Begriff cool wurde. Im Gespräch mit Tobias Loitsch, Gründer und Herausgeber von HarmonyMinds zu Erfahrungen im Employer Branding und der Talentsuche. Tobias …

Continue reading „Warum der No Coding Day bei den Experten für mobile Apps besonders beliebt ist. Im Gespräch mit Josef Gattermayer von Ackee“

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.