Gedanken zum Glück

Gedanken zum Glück

Macht es uns glücklich Verantwortung zu haben, selbstbestimmt zu leben und unser „Ego“ zu pflegen oder ist es eher illusorisch und trügerisch zu glauben wir wären hierdurch glücklich?

Ich höre in den Kursen, auf der Straße und bei den Medien immer wieder Menschen von anderen Menschen sprechen und stelle fest, dass diese in den seltensten Fällen als Menschen betrachtet werden. Auch uns selbst sprechen wir in nur wenigen Fällen selbst und als Mensch an.

Woran liegt diese Entfremdung?

Sprechen wir von der Politik, dann reden die Politiker von der Bevölkerung, den Wählern, den Steuerzahlern, der Opposition, den Parteigenossen, dem Gesetzgeber und so weiter. Wir einfachen Menschen reden wiederum von „denen da oben”, den Politikern, den Machthabern, Finanzverwaltern und fühlen uns Machtlos.

In der Medizin wird einerseits von den Patienten, den Betroffenen oder den Kranken gesprochen, andererseits von den Ärzten, Krankenkassen, Medizinern oder Apothekern. Im Alltag sprechen wir von den Ausländern, Drogenkranken, Pennern, Nachbarn, Bekannten und dank Facebook und Co haben wir auch viele Freunde. Das Jobcenter hat Klienten, Fälle und Verwaltungsvorgänge, Sozialschmarotzer, Arbeitsverweigerer und schwer Vermittelbare. Wir, also deren Kunden haben Fallmanager, Vermittler, Berater oder Leistungskürzer.

Wo aber bleibt der Mensch, bei dieser Entfremdung?

Wer ist denn Frau Lehmann von neben an und wie geht es der eigentlich? Wer ist denn Frau Lehmann? War das nicht die Aldimitarbeiterin oder die Steuerfachangestellte?

Die Frage, „wer ist das denn“, beschränkt sich meist auf Gruppenzugehörigkeit

Sprechen wir von der Aldimitarbeiterin haben wir sofort ein Bild im Kopf, wie diese Person ist. Wir haben eine klare Vorstellung davon, wie eine Person ist, wenn sie einer bestimmten Gruppe angehört. Das macht es leicht und bequem zu kategorisieren. Was für ein Mensch Frau Lehmann ist werden wir so wohl nie erfahren. Das Schicksal, das den einzelnen Menschen betrifft, tritt ganz schnell hinter die Gruppenzugehörigkeit und depressive Menschen werden zum Beispiel zu den Depressiven, die natürlich schwer zu vermitteln sind. Herrn Maier, der durch seine schweren Schicksalsschläge mit seiner Situation nicht mehr klar kommt sieht keiner, der sich nicht selbst als Menschen begreift. Herr Maier ist ein Depressiver. Grenzen Sie sich ab, lassen Sie das Schicksal anderer nicht zu Ihrem werden sind die Schlagworte in den Arbeitsanweisungen, die zu solchem Verhalten führen. Herr Maier wird zum Fall und somit zum Fallmanager geschickt.



Wenn wir von uns selbst sprechen, oder Andere ansprechen, dann nehmen wir allzu gern die befreiende Man-Form

Gedanken zum Glück - Statue

Man sollte mehr Sport machen, man sollte mal das Fenster öffnen, man müsste mal wieder Staub wischen, man kann ja eh nichts bewirken, man ist hilflos, man ist denen ja ausgeliefert…

Auf diese Weise geben wir, wie auch mit der „Gruppisierung“, ganz leicht die Verantwortung ab. Wo bleibt denn nun die Selbstbestimmung, die uns sagt, dass ich mal wieder Sport machen sollte, dass ich das Fenster öffnen sollte, dass ich mal wieder Staub wischen müsste, dass ich mich ohnmächtig und hilflos fühle angesichts der Verfremdung zwischen uns Menschen?

Wir wollen dies alles nicht haben und so ist die Man-Form eine willkommene Möglichkeit Verantwortung abzugeben. Man sollte dies tun, aber nicht ich, man ist hilflos, aber natürlich nicht ich oder man müsste mal was ändern, aber bloß nicht ich. Wo bleibt denn da unsere Verantwortung uns selbst gegenüber und auch gegenüber den Anderen? Ich alleine kann nichts ändern, aber man wird das schon richten, ist dies die Zukunft? Die Industrie panscht in unseren Lebensmitteln herum und anstatt dass ich es einfach nicht kaufe müsste man da dringend einen Riegel vorschieben.

Ich-Verantwortung übernehmen

Nein, die Zukunft ist es Ich-Verantwortung zu übernehmen, den Menschen, also beispielsweise Frau Lehmann kennen zu lernen und nicht die Aldimitarbeiterin, die ich bereits glaube zu kennen. Weiter gilt es sich klar zu machen, ich kann etwas verändern, wenn ich es will. Ich kann Einfluss auf die Menschen nehmen, die meine Interessen vertreten sollten und es nicht tun, ich kann entscheiden ob ich ein Produkt kaufe, das vor Chemie nur so strotzt oder nicht. Ich kann zum Protestwähler werden anstatt zu denken, man kann nichts ändern, ich kann zum Wähler werden anstatt gar nicht wählen zu gehen weil man ja eh nichts ändert und ich kann mich bewusst vom fremden “man” zum selbst bestimmten ich entwickeln, wenn ich es will.

Beobachten Sie einmal Ihr Umfeld und sich selbst, wie oft sprechen Sie von Menschen und denken an Menschen und wann sprechen Sie von „man“, „denen“ oder den z.B. Politikern. Wer sind die denn, es sind Menschen, die meine Interessen vertreten sollen und dafür gewählt werden. Gelingt es uns zu sehen, dass nicht „man“ einen Politiker wählt sondern ich einen Menschen der mich vertritt, dann wird es wieder anschaulicher und wenn es den Medizinern wieder gelingt, zu sehen, dass da ein Mensch vor ihm sitzt, den er als Mensch heilen soll, dann sind wir wieder auf einer guten Basis.

Wir sind eine Gemeinschaft von Menschen und sollten uns auch wieder als eine solche verstehen und nicht als ein System aus Gruppen und Kasten

Autor: Dirk Schaller
Autor: Dirk Schaller
www.leipziger-ideen-schmiede.de

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