Warum 1-Mann-Unternehmen zum Scheitern verurteilt sind

In diesem Beitrag erfahren Sie, weshalb es einfacher ist, ein Unternehmen mit Mitarbeitern aufzubauen, als ein 1-Mann-Unternehmen zum Erfolg zu führen. Wenn Sie über Ihre Selbständigkeit nachdenken, wird Ihnen der Beitrag einige Antworten auf Ihre Fragen geben.

Selbstständigkeit hat drei Phasen

Sie können drei Phasen unterscheiden auf dem Weg zur erfolgreichen Selbstständigkeit. Ihr Arbeitsaufwand und Ihre Bezahlung stehen dabei im direkten Zusammenhang.

 

1. Phase: Sie müssen sich darauf einstellen, dass Sie i. d. R. in der Anfangsphase unterbezahlt werden.
2. Phase: Im nächsten Schritt werden Sie für Ihre Arbeit „normal“ bezahlt.
3. Phase: In der dritten Phase werden Sie überdurchschnittlich bezahlt, denn Sie können die Preise in Ihrer Branche mitbestimmen.

Dieser Verlauf ist darauf zurückzuführen, dass Sie sich in der zweiten Phase eine Marke aufgebaut haben und in der dritten Phase zu Marktführern gehören müssen oder zumindest eine dauerhaft wachsende Reichweite haben.
Das Problem ist, dass zu viele Selbstständige in der ersten Phase hängen bleiben. Dabei sollte diese Phase schnellstmöglich verlassen werden, weil es die gefährlichste Phase in der Selbstständigkeit ist. In keiner anderen Phase ist das Unternehmen so anfällig, wegen eines kleineren Problems zu scheitern.

Der Weg vom 1-Mann-Unternehmen zum Unternehmen mit Mitarbeitern

Zu Beginn der Selbstständigkeit haben die meisten Selbstständigen kaum Aufträge und somit kaum Einnahmen. Doch gerade in der ersten Zeit verbrauchen viele Selbstständige Ihre Zeit und Energie durch unproduktive Tätigkeiten wie Buchführung, übermäßig langfristiger Planung, Bürokratie, etc. Wichtige Veränderungen in Ihrer Branche, im Marketing und in der Gesetzgebung vernachlässigen Sie dadurch leicht.
Anstatt sich auf den Bereich zu konzentrieren, in dem Sie ein Experte sind (oder werden wollen), müssen Sie sich mit Buchführungen, Steuererklärungen usw. herumschlagen, was die meisten Unternehmer hassen. Aufgrund der fehlenden Aufträge und somit wegen des fehlenden Einkommens können Sie sich keinen Steuerberater und weitere Experten leisten, bei denen Sie die Aufgaben outsourcen könnten. Doch nur ein steigendes Einkommen und Investition des Kapitals in Sie selbst und Ihr Unternehmen ermöglicht eine Verbesserung Ihre Fähigkeiten, Kompetenzen und Produktqualität. Ohne Ihren Fokus auf steigende Umsätze entsteht ein ewiger Kreislauf und aus dieser Falle finden viele Selbständige nicht heraus, weswegen sie genervt aufgeben.
Selbst wenn Sie mit Ihren Ersparnissen in die Selbstständigkeit starten, wird der fehlende Wille zum Wachsen (Verlassen der ersten Phase) nur das Ende der Selbstständigkeit hinauszögern.

Wachstum ist ein nie endender Prozess

Wenn Sie sich bereits in der zweiten Phase befinden, sollten Sie weiterhin wachsen, da Ihr Unternehmen weithin Risiken (wie z. B. nicht zahlenden Kunden und Rezession) ausgesetzt ist.
Nehmen wir an, Sie verdienen derzeit 5.000 € (nach Steuern), wovon Sie gut leben können und genau hier liegt für viele Selbständige das Problem. Durch das „relativ gute Leben“ sehen viele Selbständige keinen Bedarf, die „Komfort-Zone“ zu verlassen. Dabei ist die Stagnation der „stille und langsame Tod“ eines Unternehmens. Bei einer Rezession, die alle 5-15 Jahre vorkommt, werden Sie auf nicht zahlende Kunden und stark nachlassende Anfragen (und somit Umsatz) stoßen. Schnell werden die Steuervorauszahlungen so nicht mehr von den geringen Einnahmen gedeckt werden können.

Viele „relativ gutlebende“ Selbständige haben nicht genügend Kapitalrücklagen, um sich zu erlauben, über ein Jahr keine Gewinne oder sogar Verluste zu generieren. Wenn Sie sich aber in der dritten Phase der Selbständigkeit befinden und Ihre Leistungen durch Angestellte oder freie Mitarbeiter skalieren, können Sie Gewinne von 20000 und mehr € anstatt 5000 € erzielen. Bei ein einer Rezession würden Sie dennoch noch genügend Gewinne erzielen, sodass die Existenz des Unternehmers zu keiner Zeit gefährdet wäre.

Viele Selbständige wehren sich aber, mit freien Mitarbeitern zu arbeiten oder gar Mitarbeiter einzustellen. Dabei werden immer wieder zwei Argumente häufig genannt.

„Meine Kunden wollen nur mit mir zusammenarbeiten.“

Das bilden sich viele Unternehmer ein. Dabei halten die Kunden in vielen Branchen die direkte Zusammenarbeit mit dem Unternehmer für irrelevant, sie interessiert nur das Ergebnis. Es gibt immer einen Menschen, der sich auf Ihrem Fachgebiet besser als Sie auskennt, und das sollten Sie nicht nur akzeptieren, sondern sich sogar darüber freuen. Holen Sie diesen Experten in Ihr Unternehmen, damit Sie die Qualität Ihrer Leistung noch verbessern und einen höheren Preis abrufen können.

„Meine Kunden werden höhere Preise nicht zahlen.“

Wenn Sie gute Experten in Ihrem Unternehmen haben, müssen Sie das auch dem Kunden kommunizieren. Nichts ist so überzeugend wie eine Fachexpertise in einem Gespräch oder Arbeitsproben. Für gute Qualität sind Kunden auch bereit, deutlich mehr zu bezahlen. Mit höheren Preisen werden Sie zwar einige alte Kunden verlieren, aber viele werden den Preisanstieg durch die Qualitätserhöhung auch akzeptieren. Des Weiteren werden Sie dadurch auch neue Kunden anziehen.

Fazit

Wenn Sie sich selbständig machen wollen, sollten Sie von Anfang an ein Unternehmen mit Mitarbeitern planen. Selbständige mit Angestellten verdienen statistisch wesentlich besser als 1-Mann-Unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen mit vielen Angestellten und freien Mitarbeitern einer Rezession standhält, ist deutlich höher. Neben dem finanziellen Aspekt können Sie als Unternehmer Arbeitsplätze schaffen und dadurch noch mehr Kunden helfen. Somit sind Sie nicht egoistisch, wenn Sie wachsen wollen, sondern Sie sind egoistisch, wenn Sie nicht wachsen wollen. Warum das so ist? Weil Sie sich dagegen entscheiden, noch mehr Menschen mit Ihren Produkten/Leistungen weiter zu helfen, als Sie es eigentlich könnten.

Falls Sie grundsätzlich gegen Angestellte oder Mitarbeiter sind, sollten Sie lieber Angestellter bleiben, da Sie dadurch viele Probleme vermeiden können. Falls Sie jedoch auf ein geregeltes Einkommen verzichten können, die Bereitschaft mitbringen, Verantwortung auch für andere zu übernehmen, ausgefallene Lösungen zu suchen und Innovationen voranzutreiben, dann werden auch Sie als Unternehmer nachhaltig erfolgreich und zukunftsfähig sein.

“Der größte Fehler, den Du im Leben machen kannst, ist die permanente Angst, einen Fehler zu machen.”
Elbert Hubbard (1856-1915) Schriftsteller, Philosoph und Verleger

Piotr Snuszka ist Geschäftsführer der Agentur „Business And Science“, die Studenten, Dozenten, Politiker und Unternehmer mit über 300 Ghostwritern und Lektoren unterstützt. Neben Lektoraten, Recherchen und Ghostwriting werden auch Plagiatsprüfungen angeboten.

*(Quelle: https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.496888.de/15-7-4.pdf , S.138)

Selbstständigkeit: Mitarbeiter einstellen oder mit Freelancern arbeiten?

 

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