Das rote Wunder des Winters. – "Ein Männlein steht im Walde …

… ganz still und stumm, es hat von lauter Purpur ein Männlein um.“

(Rätsellied von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben aus dem Jahr 1843).                                        Die Frucht der Wildrose gehört zu den gesündesten Gaben unsere heimischen Pflanzenwelt. Jetzt sind ihre Früchte, die Hagebutten, endlich reif und leuchten im kalten Licht der Wintersonne.

Die Hagebutte – Das rote Wunder des Winters.

Aus der Blütenpracht der Wildrosen geboren, erfreut uns die Hagebutte den ganzen Winter hindurch mit roten Farbtupfern in einer sonst grauen, weißen Winterwelt. Aus dem fleischigen Blütenboden zahlreicher Wildrosenarten entwickelt sich im Spätsommer und Herbst die Sammelnussfrucht Hagebutte. Doch je länger wir warten mit dem Genuss dieser Wildfrucht, desto süßer wird sie.
 

Das Vitamin C Wunder.

Den höchsten Zuckergehalt haben die Hagebutten am Anfang des Frühjahres, man kann sie aber auch schon nach dem ersten Frost genießen, denn schon dann haben sie ihren vollen Vitamin-C-Gehalt. Zum Vergleich: Eine Zitrone hat auf 100 Gramm circa 51 Milligramm Vitamin C. Unsere Hagebutte enthält fast fünf mal so viel, satte 500 Milligramm! Ihre lange Haltbarkeit und ihre gesunden Nährstoffe machen sie somit auch zu einem bedeutenden Energielieferanten für die heimische Tierwelt während der dunklen Jahreszeit.

Das heilige Rosengewächs aus Göttin Freyas Garten.

Ihren Namen erhielt die Hagebutte jedoch aus einen anderen Grund.Er setzt sich zusammen aus den zwei altdeutschen Worten. Der Wortteil „Hag“ oder „Hagan“ (Dornstrauch) bezeichnet ein dichtes Gebüsch das ein oft ein Stück Land umschloss. „Butte“oder „Butzen“ heißt soviel wie Klumpen oder Batzen, daher wurden oft Kerngehäuse so bezeichnet wie der Apfelbutzen oder -krutzen. Die Hunds-Rose (lat. Rosa canina) bringt besonders schöne Hagebutten hervor. Eine Legende besagt, dass mit ihrem Saft Hundebisse kuriert wurden. Eine andere leitet den Namen von der Fähigkeit der Rose ab fast überall zu wachsen und besonders dornig zu sein, also „hundsgemein“.
Den Germanen waren Rosengewächse heilig, denn der Legende nach, stammen sie aus dem Zaubergarten der Göttin Freya. Daher durften Hagebutten auch nur am Tag der Freya, unserem Freitag, geerntet werden. Auch im Mittelalter glaube man an die magischen Kräfte der Hagebutte. Gepflanzt unter Fenstern, ihre Ranken umschlangen nach einigen Jahren häufig ganze Hauswände, sollte sie die Bewohner, Tiere und Menschen, vor dem Verhexen beschützen. Schon seit Jahrtausenden werden die Hagebutten von den Menschen als wichtige und gesunde Nahrungsquelle im Winter genutzt,- Heute wächst die Popularität der sagenumwobenen Frucht wieder.

Das volle Potential der Hagebutte richtig genießen.

Die Hagebutte kann roh verzehrt werden, die Nüsschen (Kerne) sollte man entfernen. Eingekocht ergeben sie ein süßlich-saueres Mus oder leckere Konfitüre. Zum Würzen von Wildgerichten sind Hagebutten hervorragend geeignet, Sie sie oft an winterlichen Feiertagen als Beilage gereicht. Als süße Suppe kann man die Hagebutte in Schweden wiederfinden. Hagebutten ergeben auch wunderbare und gesunde Aufgüsse, als Tee oder Wickel. Für die innere Anwendung finden sich in ausgesuchten, regionalen Läden auch einzigartige Liköre. Hagebuttentee aus Supermärkten ist oft gefärbt mit Malve oder Hibiskus, da die Früchte der Wildrose nur wenig Farbpigmente aufweisen.
Lange waren diese farbenprächtigen, heimischen Sammelfrüchte in Vergessenheit geraten, und ist in unseren Gärten kaum noch zu finden. Wir haben uns auf jeden Fall neu verliebt in eine von Omas Lieblingspflanzen. Wir werden in diesem Winter unsere Augen nach der Hagebutte offenhalten. Wildrosen oder Heckenrosen können wieder Einzug halten in unserer Gärten. Gerade in der dunklen Jahreszeit sind die Farbtupfer der Hagebutte und ihre heilenden Eigenschaften eine wahre Bereicherung.
 
 

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